Samstag, 6. Dezember 2014

The Albatros has landed –


… genau auf unserem WoMo! Immerhin, ohne weitere Spuren zu hinterlassen. Am Taiaroa Head auf der Otago-Peninsula bei Dunedin lebt er und noch einige tausend seiner Artgenossen zur Freude der Touristen. Denn solche Schwärme dieses Küstenvogels trifft man kaum irgendwo so gehäuft an. Ebenso wie die Robben und Seelöwen, gleich nebenan.


Für die kleinen Gelbaugen-Pinguine waren wir zu früh. Sie kommen erst zur Dämmerung von der Arbeit (Meer) nach Haus… 
Ganz andere Vögel trafen wir zufällig mitten im Zentrum der hinreißenden Stadt Dunedin: Die Uni feierte heute einige hundert Studienabgänger!




Ein kunterbunter Mix aller Nationalitäten, gekleidet in schwarze Roben und Doktorhüte füllte auf einen Schlag die Straßen. Irgendwie rührend, der selige Gesichtsausdruck der AbsolventInnen und der Stolz der (ebenfalls heftig aufgebrezelten) Angehörigen!

Dunedin hat uns auch sonst mächtig beeindruckt. Die schottischste aller Kiwi-Städte hat uns sehr an unseren Schottlandaufenthalt im August erinnert: Wunderschöne Fassaden, ein lebhaftes Treiben auf den Straßen – trotzdem ohne große Hektik – und ein sagenhaft schöner Bahnhof, der zugleich auch als Kunstgalerie genutzt wird. Hat sich gelohnt!







Wie unser Besuch von Larnachs Castle, Neuseelands einzigem „Schloss“ in luftiger Höhe auf der Otago Halbinsel, mit wunderschönem Panoramablick (wenn’s Wetter besser gewesen wäre…).



 
 Dessen Geschichte ist allerdings so voller Liebe, Triebe, Blut, Schweiß und Tränen, dass man gut eine Groschenroman-Serie daraus machen könnte…

Freitag, 5. Dezember 2014

G' Day, Mate! Kiwis unter sich.


Heute mal was zu den Neuseeländern, hauptsächlich den jungen, die wir hier noch am ehesten beobachten können. Dass sie vermutlich gegen Kälte völlig immun sind, haben wir ja schon berichtet (apropos: Heute hörten wir, dass dieser Frühling der kälteste seit mindestens der letzten Eiszeit in NZ ist!!!). 
Ihre Beinkleider beschränken sich in erster Linie auf 2 Modelle, sowohl bei Mädchen wie bei Kerls: Flipflops und grobschlächtige Stiefel. Beide werden immer und überall getragen. Dass zumindest das eine nicht allen recht ist, sahen wir heute an einem Kaufhauseingang…

Ansonsten trägt man Bart, wilde, verwegene Frisuren (o.k., die Männer!), Bermudas, Kariertes, die Mädchen kurze Kleidchen (meistens gut ausgefüllt!), … überhaupt erinnern uns das modische Erscheinungsbild und die Frisuren doch stark an die achtziger Jahre (in Europa). Und auch sonst passt dieser T-Shirt-Spruch ganz gut…


Von Te Anau nach Dunedin an der Pazifikküste ging es für uns heute – quasi from Coast to Coast, was auf der Südinsel kein Problem ist. 
– Kleine Hilfestellung, was die Aussprache betrifft – ich selbst weiß es auch noch nicht so lange: Dunedin = <dann-i:-d’nn> mit Betonung auf dem i! –

Unterwegs mal wieder tolle Landschaften, viiiiele Schafe, Westernstädtchen, eine 6-Bogen-Brücke… aber seht selbst:





Donnerstag, 4. Dezember 2014

Wasser, marsch!


– Und das gleich in gigantischen Mengen! Der Doubtful Sound, eine außergewöhnliche Fjordlandschaft, die wir heute den ganzen Tag über besucht haben, bietet davon mehr als genug. So viel, dass man ewig lang durch Untiefen an höchsten Bergen vorbei schippern kann, bis man zum tasmanischen Meer kommt. So viel, dass man irgendwann aufhört, die Wasserfälle an den Hängen zu zählen. So viel, dass die Gegend zu den nassesten Regionen der Erde zählt.
Bestimmt könnt ihr euch denken, wie die heutigen Wetterverhältnisse waren…

Los gings mit einer Bootsfahrt  vom „Pearl Harbour“ aus über den Lake Manapouri, dann 22 km mit dem Bus durch ursprünglichsten Regenwald über den Wilmotpass (650 m), schließlich auf verschlungenen Wasserwegen an den steilen Felswänden des Fjords vorbei bis zum Meer und wieder zurück.
Moosüberzogene Baumriesen sorgten für die passende Urzeitstimmung, wunderschöne Felsen mit Gesteinsverfärbungen, und immer wieder beeindruckende Gebirgsformationen und Inselchen, die sich vor einem aufbauen.



Und die Krönung dann, auf der Rückfahrt: Der Blick von oben ( inzwischen ohne Regen- und Nebelschleier) hinunter auf den Fjord!


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Shawn, das Schaf


… grast tatsächlich in NZ! Zur Zeit bei Jörg in seinem wunderschönen Garten in Arrowtown. Ehrlich!











Der Bruder unserer lieben Freundin Iris lebt jetzt schon seit einigen Jahren dort am Fuß der Passstraße, auf einem zauberhaften, besonders idyllischen Fleckchen Erde.


Neben seinem Hauptjob als Flugkapitän macht er auch noch Gin – und was für einen! Heißt „Broken Heart“ , einfach mal googeln!


In Wanaka wären wir gern noch etwas geblieben, aber wir müssen natürlich auch unsere verbleibende Zeit etwas einteilen. Vom Lake Wanaka bis zu Jörgs Haus hatten wir nur eine kurze, aber umso schönere Strecke, die über einen 1.090 m hohen Pass führte.

Atemberaubend, der Blick hinunter auf die Landschaft um Queenstown, DIE Hauptstadt der Backpacker und Outdoor-Sports-Verrückten.

Und dann, auf der gegenüberliegenden Seite, die wir wieder mal mithilfe von Herrn Doppelmair erklimmen (Kabinenseilbahn), das optische Gegenstück: Vor uns liegt die Stadt und der Lake Wapitu, der sich schier endlos lang in zwei Richtungen hinzieht.

Um uns herum schießen lauter crazy People Richtung Tal: Per Downhill-MTB, Paraglider, Luge (eine Art Räder-Schlitten auf Betonpiste). Hier steppt der Bär!
Wir begnügen uns stattdessen mit einem Gang durchs benachbarte Arrowtown mit seinem herrlichen Goldgräberstadt-Flair und genießen die herzliche Gastfreundschaft bei Jörg.
 
So erfahren wir auch manches darüber, wie die Kiwis eigentlich so ticken…

Montag, 1. Dezember 2014

Das fehlende Kälte-Gen

Wir müssen das jetzt wirklich mal thematisieren. Sind wir ganz besonders verfroren, oder fehlt dem Kiwi was: Ein natürliches Kälteempfinden? Entscheidet selbst. Der Lake Wanaka – inmitten großartiger, schneebedeckter Bergriesen – hat momentan geschätzte 17 grad. Die Luft heute abend um 19 Uhr ca. 13 grad, wobei der starke Wind eher 7 grad auf der Haut empfinden lässt. Und dann das:


Die sind aber nicht nur kurz mal rein und haben sich dann schnell ins Handtuch gekuschelt! Am Ufer stehen die anderen, in Badeschlappen, kurzen Hosen, dünnen Kleidchen. Uns fällt nix mehr dazu ein, während wir die RVs unserer Softshell-Jacken bis oben zuziehen…


Der heutige Tag war wider Erwarten strahlend schön - zwar frisch, aber in der Sonne angenehm. Sodass wir uns entschlossen, ein Stück unseres gestrigen Weges zurückzufahren, um die Blicke auf Mount Cook (3754 m) und seine Kollegen (zwischen 3000 und 3500 m) nachzuholen. Hat sich gelohnt!

Die Fahrt zum nächsten Ziel, dem Wanaka-See, bringt uns an fontänen-artigen Wasserfällen und an türkisblauen Felsen-Pools des Haast Rivers vorbei, die allerdings nur über eine schwankende Hängebrücke erreicht werden können.

Dann die beiden riesigen Bergseen: Havea und Wanaka. Einfach wunderschön eingebettet in eine einmalige (ich muss es nochmal erwähnen:) Modelleisenbahn-Landschaft!
Wanaka ist ein Bilderbuch-Städtchen, zwar sehr touristisch, aber rundum angenehm und zum sich Wohlfühlen.

Zum Abschluss des Tages  genießen wir mit unseren Bikes den Outlet Track, einen tollen Weg am Ufer entlang, mit spektakulären Ausblicken auf den glasklaren See und die Berge. Um uns herum ein Meer von wilden Lupinen in allen Farben, blühendem Ginster und dottergelbem Mohn(!). Eben: Frühling!

Sonntag, 30. November 2014

Wilder Westen!

Hier leben wohl die Sch’tis Neuseelands – ein etwas skurriles, trinkfestes kleines Völkchen, über das die anderen Kiwis sich gern lustig machen. Diese „Coasters" sind stolz auf ihren Ruf, als „Verwilderte“ zu gelten, wie sie mal von einer Ex-Premierministerin bezeichnet wurden.
Na ja, kein Wunder – den andauernden Starkwind hält man nicht aus ohne dauerhaften Schaden zu nehmen…

Von Greymouth nehmen wir schnell Abschied nach einer stürmischen Nacht – weniger gerührt, mehr geschüttelt! 
In Hokitika lassen wir uns im Historical Museum in dessen Vergangenheit entführen: Goldgräbersiedlung, später dann die Heimat der Jadeschmuckherstellung. Alles sehr beeindruckend inszeniert. Auch die Leidenschaft der Leute für „White Bait“: Für uns sehr seltsam anmutende Minifische, die massenhaft gefangen und gegessen werden. Wir sind uns einig, dann lieber doch zu Mac D! 

Auf Jurassic-Park-Straßen Richtung Franz Josef-Gletscher (der heißt wirklich so!) haben wir immer wieder die Befürchtung, dass uns ein Urzeit-Tier mal schnell den Weg versperrt. Die Vegetation ist so dicht und hoch, dass man wie durch einen Tunnel fährt.
Wieder mal macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Vom Gletscher, der früher mal weit ins Tal reichte, sehen wir von einem Aussichtspunkt nur eine ferne weiße Eis-Trümmerlandschaft, in Nebel getaucht und mit Regenschauern gekrönt.




Immer wieder queren wir sogenannte „One-Lane-Bridges“ – einspurige Brücken über die extrem breiten Flusstäler, in denen türkisblaue Flüsse Richtung Tasman-Sea fließen. Krönung ist die Haast River Bridge,  mit über 700 m die längste und beeindruckendste ihrer Art.


Haast selbst ist unser Nachtquartier: Ein Kaff, halb so groß wie der Friedhof von Chicago, aber doppelt so tot… (Mit dieser Beschreibung schaffen wir es sogar per Mail ins Studio ins Sonntagmorgen-Programm von SWR3 (hat’s jemand gehört?)…





Samstag, 29. November 2014

Ost-West-Passage

Von der Pazifikküste hatten wir uns gestern Abend noch ein ganzes Stück landeinwärts Richtung andere Seite bewegt – bis Hanmer Springs, einen beliebten Thermal-Badeort.

Vorher gings noch über die spektakuläre Thrillseeker Bridge, auf und unter der die Jugend „ihren“ Thrill sucht. Per Bungee, mit dem Jetboot oder was alles den wirklichen Nervenkitzel bringt.



Richtig schön lag der Ort da, im Abendsonnenlicht, fast ringsum von hohen Bergen umgeben. Heute morgen haben wir dann diese tolle Aussicht vom Wasser aus genossen, In den schicken Open-Air-Thermalpools, bei 29 bis 40 grad Wassertemperatur – ein herrliches Erlebnis!

Über den Lewis-Pass ging unsere Fahrt heute nachmittag Richtung Westküste. 7 x mal durch Regen, aber genauso oft in der Sonne – so schnell geht’s hier. Aber die Landschaft, durch die wir fuhren, war wiederum einzigartig. 

Berghänge, die komplett mit blühendem Ginster bedeckt leuchteten, breite Flusstäler, und wie fast immer eine schier unglaubliche Straßenführung. Und… wir waren mal wieder fast allein unterwegs!

Die Tasman Sea an der Westküste zeigte uns gleich, was Sache ist: Rauh, stürmisch, ungehobelt kam sie daher! Riesige Wellen donnern an die zerklüftete Küste. Einmalig dann die berühmten Pancake-Felsen, ein Spektakel aus scheibenweise geschichteten Felsformationen und brüllender See.




Heute übernachten wir gleich hinter den Dünen auf einem Campground in Greymouth. Das rollende Geräusch der Wellen wird uns (mehr oder weniger) in den Schlaf wiegen…